Wenn Corona will, steht (noch) vieles still, Update 84 vom 07.06.2020

Tägliche Gedanken in einer schwierigen Zeit, heute von Prädikant Alexander Krause:

Trinitatis

Jerónimo Cosida

Dies ist aber der katholische Glaube: Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit, ohne Vermengung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit. Eine andere nämlich ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes. Aber Vater und Sohn und Heiliger Geist haben nur eine Gottheit, gleiche Herrlichkeit, gleich ewige Majestät. […] Wer daher selig werden will, muss dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben.

Athanasisches Glaubensbekenntnis

Der Vater ist Gott,
der Sohn ist Gott,
der Heilige Geist ist Gott,
aber alle drei sind sie nicht gleich.

Der Vater ist nicht der Sohn und nicht der Heilige Geist,
der Sohn ist nicht der Heilige Geist und auch nicht der Vater.
Und der Heilige Geist ist weder der Vater noch der Sohn.

Ziemlich unfassbar alles, macht es doch logisch keinen Sinn, denn wenn
A = X und B = X und C = X gilt,
dann muss doch auch gelten:
A = B = C = X

Aber so ist es bei Gott nicht.

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Missionsbefehl, Matthäus 28

Es kam in den ersten Jahrhunderten zu einem erbitterten Streit darüber, ob zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist eine Hierarchie besteht, ob einer aus dem anderen hervorgeht, ob man überhaupt wissen kann, welcher von den dreien jetzt „handelt“, wer von den dreien wirklich Gott sei, wer gezeugt oder geschaffen sei. Und: ob es einen Heiligen Geist überhaupt gibt.

In der Bibel wird häufig auf drei angespielt: Die drei Männer zu Gast bei Abraham und Sarah beispielsweise, aber auch das Dreimalheilig in Jesaja 6. Außerdem spricht Gott häufig von sich selbst in der Mehrzahl.

Man hatte aber Angst, dass man durch die Lehre der Dreifaltigkeit plötzlich drei Götter hätte, was aber gegen das Erste Gebot verstoßen würde. Also gab es allerhand Lösungsversuche und Vorschläge von verschiedensten Theologen, um genau das zu vermeiden.

„Rechtlich“ fixiert wurde die Trinitätslehre im vierten Jahrhundert nach Christus. Die Lösung des Konzils von Nicäa 325, ist, wie es oben in dem Gemälde von Jerónimo Cosida dargestellt ist und wie ich oben bereits geschrieben habe: der dreifaltige Gott hat drei Personen in sich und diese drei Personen sind alle Gott, aber sie sind untereinander nicht gleich.

Und ich finde, dass dieser Widerspruch in sich eine gute Lösung ist!

Gott ist eben nicht zu durchschauen, er ist größer, mächtiger und unfassbarer, als wir es uns vorstellen können. Drei Personen sind eins aber nicht gleich. Unvermischt und ungetrennt. Gott ist irgendwo dazwischen und gleichzeitig alles und nichts davon. Der Dreieinige Gott lässt sich nicht definieren!

Das mag eine unbefriedigende Antwort sein, aber ich glaube, jeder Versuch, Gott zu definieren, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Denn definieren heißt abgrenzen. Weil Gott aber grenzenlos ist, funktioniert das bei ihm nicht.

Er tut, was er will. Zwar ist er gnädig, aber er herrscht über dieses Universum. Er lässt sich nicht einsperren, eingrenzen, abgrenzen, festschreiben. Er ist. Wer oder was er genau ist, das weiß nur er selbst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert