Wenn Corona will, steht (noch) manches still, Update 186 vom 17.09.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Maisernte

Es ist September. Relativ spät hat jetzt die Maisernte begonnen. Durch die Trockenheit im Frühjahr und im August hat es etwas gebraucht, dass die Maiskolben wachsen. Aber jetzt fahren die meist großen Traktoren und bringen den Mais vom Feld zu den Fahrsilos. In zwei Tagen kann ein Maisfeld von mehreren Hektargrößen abgeerntet sein. Vor 50 Jahren sah das noch anders aus. Glücklich war, wer ein starkes „Maisgebiss“ hatte. Es war rechts am Bulldog angehängt und man konnte immer „nur“ eine Reihe Mais ernten.

Ich war so um 15 Jahre alt, als ich mit unserem Eicher fast den gesamten Mais geerntet habe. Von früh bis spät ging es um das Maisfeld herum. Immer eine Reihe bis der Wagen voll war. Schon kam der andere Wagen und wurde angehängt. Der wichtigste Mann bei der Maisernte war und ist der, der am Fahrsilo zuständig ist. An ihm liegt es, wie der Mais eingearbeitet wird, damit die spätere Silage gut wird und viele Nährstoffe für die Tiere bringt. Der Bulldogfahrer auf dem Feld musste lernen, die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen. Nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell,  damit die Maisstängel sich nicht in die Erntewalze „eindrehen“ und ein weiteres Fahren unmöglich machten.

Aber einmal hatte ich nicht aufgepasst. Ich bin zu schnell gefahren und die Walze „verstopfte“ sich. Nichts ging mehr. Ich habe angehalten und versucht, den Mais herauszuziehen. Es ist mir nicht gelungen. Nach einiger Zeit habe ich in etwa 200 m Entfernung unseren Nachbarn gesehen und ihn geholt. Mit vereinten Kräften haben wir es dann geschafft, alle Maisstängel herauszuziehen und ich konnte weiterfahren. Es war aber fast schon eine ganze Stunde vergangen. Ich blicke auf und sehe meinen Vater mit einem leeren Wagen herfahren. Er war verwundert, warum es nicht weiterging. Natürlich war er nicht erfreut über meinen Lapsus. Denn dieser hat das Ende der Ernte hinausgezögert. Aber auch das wurde noch geschafft. Und so habe ich die Hoffnung, dass auch die größte Krise ein Ende haben und ein Neuanfang möglich sein wird.

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