Wenn Corona will, steht (noch) manches still, Update 202 vom 03.10.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen zeit

Kirchturm symbolisiert das Licht der Welt

Wir müssen die Lampen noch ein wenig nach rechts drehen. Dann passt es“. Es ist ein Mittwoch und es ist herrliches Wetter Anfang Oktober. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Es erwartet uns ein sehr schöner Tag. Das Wetter war an diesem 03.10.1990 also völlig anders als heute 30 Jahre später. Zwei Gemeindemitglieder aus Alerheim sind am frühen Morgen dieses Tages mit dem Kirchturm beschäftigt. Genauer gesagt: Mit den Lichtern für die Turmbeleuchtung.

In diesem Jahr hatte jemand die Idee aufgebracht, der Kirchturm könnte doch auch in Alerheim wie in vielen anderen Kirchen im Ries nachts für eine gewisse Zeit angestrahlt werden. Der Kirchenvorstand hat sich deshalb damit beschäftigt. Es wurde beschlossen, dass dieses Beleuchten an Samstagen und Sonntagen sowie an besonderen Festtagen und am Tag vorher geschehen soll. Dann allerdings immer nur bis 24.00 Uhr. Mit dieser Entscheidung hatten wir einen guten Kompromiss gefunden zwischen Ökologie und Schönheit. In Alerheim gibt es noch einen örtlichen Stromlieferer. Er hat uns sehr unterstützt und ich bin ihm dafür heute noch dankbar. Wie es der Zufall will, sollten die Vorarbeiten für diese Maßnahme zum 3. Oktober fertig werden. Das war auch mein Ziel.

Das hatte zusätzlich den Vorteil, dass zum kommenden Kirchweihfest alles installiert war. Die Kirchweih wurde immer am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Also fiel sie oft mit dem Erntedankfest zusammen. Damals wurde dieses Erntefest immer am ersten Sonntag nach Michaelis (29.09.) gefeiert. Nur wenn der 30.09. ein Sonntag war, fiel das Erntedankfest nicht mit der Alerheimer Kirchweih zusammen. Ich hatte als Pfarrer in Alerheim eine Gottesdienststelle. Mein Nachbarkollege hatte drei Gottesdienststellen. Also machte ich immer eine Gottesdienststelle von ihm mit. Diese wechselten je nach Bedarf. Und so war ich Anfang Oktober immer mit zwei verschiedenen Predigten unterwegs. In der Nachbargemeinde mit einer Predigt zum Erntedankfest, in Alerheim mit einer Kirchweihpredigt. Eine Woche später dann in Alerheim der Erntedankfestgottesdienst und in einer Nachbarkirchengemeinde eine „normale“ Sonntagspredigt. Da galt es für mich, genau aufzupassen. 1990 war es ein wenig anders. Am 30.09. konnte ich in aller Ruhe zwei Gottesdienste zum Erntedankfest halten und eine Woche später das Kirchweihfest in Alerheim und in der Nachbarkirchengemeinde eine „normale“ Predigt.

Aber an diesem 03.10.1990 und damit genau heute vor 30 Jahren stand etwas anderes im Mittelpunkt: das Fest der Wiedervereinigung von Deutschland. Und tatsächlich: Im Gottesdienst am Abend leuchtete die Turmbeleuchtung zum ersten Mal auf. Und weil die Stephanuskirche in Alerheim leicht erhöht steht, war sie ganz weit zu sehen. Und ich denke in Erinnerung immer an diese besondere Wort von Jesus: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen sein“ (Matthäuas 5, 13).

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