Wenn Corona will, steht (noch) manches still, Update 207 vom 08.10.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Die Bibel zeigt den Weg

In den beiden letzten Tagen habe ich erzählt, wie Franz von Assisi vom bürgerlichen Kaufmannssohn zum Nachfolger Jesu wurde. Er hatte die Fähigkeit, die Stimme Gottes zu hören und das war der Grund für seine Umkehr zu einem Leben mit Gott. Selbst aber musste er für dieses Leben viel Spott ertragen.

Das ist dem Bernhard von Quintavalle aufgefallen. Er war einer der vornehmsten und reichsten Bürger von Assisi. Er nahm sich vor, den Charakter von Franz zu überprüfen und lud ihn zum Abendessen ein. Es kommt zu einem Gespräch über Reichtum und Armut.  Bernhard unterrichtet Franz, dass er gewillt sei, seinen gesamten Reichtum zurückzugeben und deshalb seinen Rat suche. Franz macht einen Vorschlag, der auch heute immer noch bei Christen aktuell ist. Sie werden morgen früh in die Messe gehen und die Bibel aufschlagen. Dann wird Bernhard sehen, was Gott von ihm will. Sie gehen beide gemeinsam zur Ruhe. Franz stellt sich schlafend und auch Bernhard begann zum Schein laut zu schnarchen. Als Franz sich sicher fühlte, stand er auf, um zu beten. Er hob seine Augen und Hände zum Himmel und wiederholte, unter Tränen, ohne Pause bis zum Morgengrauen: „Iddio mio“ („Mein Gott“). Im Schlafzimmer brannte eine Lampe.

Am nächsten Morgen gehen beide in die Kirche und baten den Priester, ihnen die Messe zu lesen und anschließend das heilige Buch zu befragen. Der Priester nahm nach der Messe das Evangelium, machte das Zeichen des Kreuzes darüber und schlug es dreimal auf. Die gefundenen Stellen waren: „Wenn du vollkommen sein willst, dann gehe hin, verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen!“. Die zweite Stelle lautete: „Nehmet nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Tasche, noch Brot, noch Geld!“. Die dritte Stelle war: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“. Da sagte Franz zu Bernhard. „Da hast du den Rat, den Christus uns gibt“.

Und so wurde Bernhard der erste Genosse des Franz. Und die drei Bibelstellen stehen am Anfang der „Regel“ der Minderbrüder. Denn Franz wollte keine Klosterbruderschaft im eigentlichen Sinn. Er nannte seine Gemeinschaft die „Minderbrüder“. Damit wollte er zeigen, dass sie nur Christus nachfolgen wollen und keinerlei Besitz haben sollen.

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