Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, Update 298 vom 07.01.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Welches Sternzeichen hast Du?

Herr Metzger, würden sie auch etwas in mein Freundebuch schreiben?“ Manchmal kommen Schüler mit diesem Wunsch zu mir. Meist sind es Schülerinnen. Ich erinnere mich dann immer an meine eigene Kinderzeit. Diese Bücher wurden damals „Poesiealben“ genannt. Und schon vor 50 Jahren waren es vor allem die Mädchen, die solche Erinnerungen haben wollten. Damals war ich nicht sehr darüber begeistert, wenn ich solch ein Buch erhalten habe. Auf einer leeren Seite sollte irgendein sinniger Spruch geschrieben werde. Ich hatte und habe heute noch eine „Klaue“. Noch heute spiegeln mir Gemeindemitglieder, dass ich eine völlig a-typische Schrift für einen Pfarrer habe. Vermutlich wurde ich als sehr kleines Kind vom Linkshänder zum Rechtshänder „umgelernt“. Denn viele Dinge mache ich mit links, z.B. Brot schneiden.

Meine Mutter zog in den Poesiealben gerade Linien und ich schrieb meistens mit Druckschrift, damit es wenigstens einigermaßen zu lesen war. Schon damals fielen mir diese „sinnigen“ Sprüche ins Auge wie z.B. „Das eine sag ich dir, sei immer lieb zu mir“. In Erinnerung bleibt mir auch der folgende Spruch: „Sei immer fröhlich, sei immer froh, wie der Hops im Haferstroh“. Wer kennt heute noch Haferstroh? Über Geschmack lässt sich da trefflich streiten. Dann gab es noch diese besonderen Bildchen, die überall auf den beiden Seiten beklebt worden sind. Meistens habe ich „das Werk“ nur mit tatkräftiger Hilfe von meiner Mutter vollenden können.

Heutzutage ist es einfacher. In den Freundebüchern werden gezielt Fragen gestellt und diese können auch von mir mehr oder weniger gut beantwortet werden. „Dein Lieblingsbuch“, „Dein Lieblingsessen“, Deine Lieblingsfernsehsendung“, „Dein Lieblingslied“. Und dann kommt fast in jedem Buch eine ganz besondere Frage: Die Frage nach dem Sternzeichen. Offiziell bin ich „Widder“. Aber das schreibe ich da nie hinein. Ich habe mich mit der Astronomie und Astrologie näher befasst. Sie kommt vor allem aus Babylon. Und dieses Volk wusste schon um 800 v. Chr., dass die Erde sich um die Sonne dreht. Kaum zu glauben, dass diese Erkenntnis noch 2.300 Jahre später in Europa nicht bekannt war. Aber durch die sog. Ekliptik haben sich auch die Sternbilder verändert. Das wurde aber nie rezipiert. Seit Beginn der Astrologie haben sich so die Sternbilder um etwa einen Monat nach hinten verschoben.

Aber mir geht es um etwas anderes. Ich gebe bei der Frage nach dem Sternzeichen immer folgende Antwort: „Stern von Bethlehem“. Meist ruft das eine Diskussion nach sich. Und genau das ist meine Motivation für diese Antwort. Der Stern von Bethlehem hat den Menschen den Weg zur Krippe gezeigt. Und das soll er auch heute noch tun. Das Sternzeichen des Sterns von Bethlehem zeigt, wer der Christus, der Heiland der Welt ist. Und wer das erkennt, der hat tatsächlich auf das richtige Sternzeichen gesetzt. „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten“ (Matthäus 2, 2).

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