Wenn Corona will, steht (für Genesene und Geimpfte) noch weniger still, Update 427 vom 16.05.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Ein kleines Kind wird zum Vorbild

Gestern habe ich mein Erlebnis in meiner „Krise“ der griechischen Sprachprüfung beschrieben. Seit dem habe ich eine besondere Beziehung zu dieser Wundergeschichte der „Speisung der 5000“ und versuche, es von allen Seiten zu betrachten.

Wichtig ist mir in letzter Zeit eine besondere Person geworden, die scheinbar eine Randfigur ist. In Wirklichkeit ist sie aber entscheidend für den gesamten Ausgang. Dieses Wunder wäre sonst niemals passiert. In Johannes 6, 9 heißt es: „Es ist ein Kind hier, das hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische, aber was ist das für so viele?“. Ich stelle mir die Situation konkret vor. Von 5000 Männer ist in V. 10 die Rede. Vermutlich waren es mit Frauen und Kindern also noch sehr viel mehr. Sie lagerten sich um Jesus zu hören. Irgendwann aber wurden sie hungrig. Sie hatten nichts zu essen dabei. Anders bei diesem Kind. Es hatte fünf Gerstenbrote und zwei Fische mitgenommen. Es hätte diese Wegzehrung für sich behalten können. Es hätte denken können: „Gott sei Dank habe wenigstens ich vorgesorgt. Dann kann ich mich wenigstens satt essen. Reicht sowieso nicht für alle“. Aber das macht dieses Kind nicht!! Es geht zu den Jüngern und zeigt ihnen den Vorrat. Die Jünger bleiben skeptisch. Aber immerhin sagen sie es Jesus weiter. Jetzt hätte das Kind seinen Essensvorrat zurückfordern oder nicht hergeben können. Aber das Kind vertraut alles den Jüngern an und die fünf Brote und zwei Fische werden zu Jesus gebracht. Dann geschieht das Wunder und alle werden schließlich satt. Am Ende bleiben sogar noch zwölf Körbe mit Brocken übrig. Am Ende liegt das Wunder darin, dass Jesus sozusagen „überreich“ beschenkt. Er gibt mehr als wir brauchen.

Dieses ganze Wunder hängt an der selbstlosen und uneigennützigen Haltung dieses einen Kindes. Ich frage mich: Wo sind diese „Kinder“ jetzt zu sehen und zu bemerken mitten in dieser Coronakrise? Es gibt sie. Vielleicht bemerken Sie in ihrem Bekanntenkreis Menschen, die sich so verhalten oder verhalten haben direkt nach dem Lockdown. Sie haben dann ein gutes Werk getan. Vielleicht haben sie auch mit ihrem Verhalten bewirkt, dass wie in der biblischen Geschichte Wunder passiert sind. Denn auch hier gilt wie bei allen Wundergeschichten: Wunder sind ein Zeichen für das Wirken von Jesus in diese Welt. Durch ein Wunder soll Jesus als Herr erkannt werden. Er will keinen weltlichen Machtanspruch. Er will damit auf die Königsherrschaft Gottes mitten in dieser Welt hinweisen. Deshalb entzieht sich Jesus den Menschen am Ende der Geschichte. Sie wollen ihn zum irdischen „Brotkönig“ machen. Aber das war und ist nicht sein Auftrag, den er von seinem himmlischen Vater erhalten hat.

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