Wenn Corona will, steht das Leben (fast) still, Update 28 vom 12.04.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden„. Das ist der Ostergruß der Christen seit vielen Jahrhunderten. Ich vermisse in diesem Jahr vor allem die Osternacht. Seit 1983 habe ich sie jedes Jahr gefeiert. Viele verschiedene liturgische Formen habe ich mit Mitarbeiter/-innen verwendet. In jeder Kirchengemeinde meiner Tätigkeit gab es andere Traditionen. Bei zwei Gemeinden wurde dieser besondere Gottesdienst eingeführt. Vor allem vermisse ich den Wechsel von Nacht zum Morgen, von der Dunkelheit zum Licht. Wir drücken das in Altensittenbach neben dem Hereintragen des Osterlichtes vor allem damit aus, dass wir innerhalb der Liturgie den Altar schmücken, die Glocken läuten lassen und ich den schwarzen Talar ausziehe und den weißen Talar anziehe. Langsam steigt dann auch die Sonne auf und der Ostermorgen erwacht. Mir fehlt das heute und mir kommen auch ein paar Tränen beim Schreiben dieser Zeilen. Ich denke dann vor allem an zwei Osterauferstehungsfeiern in meinem Leben zurück. Am 23.03.2008 war diese Feier noch vor der Zeitumstellung, was vorher in meinem Leben nie der Fall war. Nach der Feier des Hl. Abendmahles und dem Segen gingen wir aus der Kirche und es lag Schnee. Dabei hatte es fast den gesamten Winter nicht geschneit und ich hatte erst zwei Tage vorher am Karfreitag die Schneeschippe zum ersten Mal in der Hand gehabt. Der Gang zum Hochziehen der Osterfahne im Schnee. Das bleibt in Erinnerung.

Im Hintergrund sieht man noch die Schneehaufen vom Räumen!!

Eine weitere sehr intensive Erfahrung war für mich die Osterauferstehungsfeier als Teilnehmer im Gartengrab in Jerusalem am 26.03.1978. Ich habe in meinen vorherigen Updates mehrmals von Erlebnissen auf dieser 4-wöchigen Reise in Israel geschrieben. Ostern – das Fest der Auferstehungsfeier von Jesus – der Tod hat endgültig seine Macht verloren – das Leben siegt – Christus ist stärker als alle Macht der Finsternis. Und das in Jerusalem, am Ort des Geschehens vor fast 2000 Jahren. Auch wenn dieses Gartengrab erst im 3. oder 4. Jahrhundert so gebaut worden ist, so hilft der Anblick zu verstehen, wie solch ein Grab damals ausgesehen hat. Es ist dem Josef von Arimatäa zu verdanken, dass Jesus nicht in eine Massengrab kam wie andere Schwerverbrecher, die am Kreuz hingerichtet worden sind. Er hat Jesus in sein privates Felsengrab gelegt, das sich nur Reiche leisten konnten. So ist dieser Mann ein Bindeglied der Osterbotschaft geworden. Der Engel verkündigt die Osterbotschaft: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden“. (Lukas 24, 5b – 6a). Und am Felsengrab von Jesus ereignet sich vor fast 2000 Jahren eine ganz besondere Ostergeschichte. Für mich die Ostergeschichte von damals, die mich am stärksten berührt. Aber davon dann morgen.

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