Wenn Gott will, steht (noch) manches still, Update 170 vom 01.09.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Kannst Du das Meer auslöffeln?

Schon zweimal habe ich in diesem Rahmen in den letzten Tagen vom Kirchenvater Augustin geschrieben, der in diesen Tagen den 590. Todestag hatte. Kein anderer Theologe aus der Alten Kirche ist so wichtig wie dieser Bischof von Hippo. Von ihm wird eine Legende erzählt, die viel von seinem Denken verrät und die der ein oder andere vielleicht auch schon kennt.

„Man erzählt von ihm (= Augustin), dass er, zu der Zeit, als er das Buch über die Dreifaltigkeit vorbereitete, an einem Strand entlangging. Da erblickte er einen Knaben, der eine kleine Grube im Sand gemacht hatte und mit einem Löffel Wasser aus dem Meer schöpfte und in die Grube goss. Als Augustinus ihn fragte, was er da mache, antwortete der Knabe, er habe vor, mit dem Löffel das Meer trockenzulegen und in die Grube zu füllen. Augustinus erklärte, das sei unmöglich, und lächelte über die Einfalt des Knaben. Der aber erwiderte ihm, eher sei es für ihn möglich, das fertigzubringen, als für Augustinus, in seinem Buch auch nur den kleinsten Teil der Geheimnisse der Dreifaltigkeit zu erklären. Und er verglich die Grube mit dem Buch, das Meer mit der Dreifaltigkeit und den Löffel mit dem Verstand des Augustinus. Danach verschwand er. Da ging Augustinus in sich, betete und verfasste danach, so gut er konnte, das Buch über die Dreifaltigkeit“.

Und noch ein paar weitere Zitate von Augustin zum Nachdenken:

„Auferstehung ist unser Glaube, Wiedersehen unsere Hoffnung, Gedenken unsere Liebe“.

„Aus Gottes Hand empfing ich mein Leben, unter Gottes Hand gestaltet ich mein Leben, in Gottes Hand gebe ich mein Leben zurück“.

„Bete, als hinge alles von Gott ab. Handle, als hinge alles von dir ab“.

„Das Wort Gottes gleicht einer Fischangel, die dann ergreift, wenn sie ergriffen wird“.

„Der Mensch kann nur glauben, wenn er will“.

„Die Menschen klagen darüber, dass die Zeiten böse sind. Hört auf mit dem Klagen. Bessert euch selber. Denn nicht die Zeiten sind böse, sondern unser Tun“.

„Die Toten sind nicht tot, sie sind nur nicht mehr sichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer“.

„Die Worte der Schrift sollten in unseren Köpfen und Herzen Nester haben“.

„Eine Regierung ohne Gott ist im besten Falle eine einigermaßen gut organisierte Räuberbande“.

„Wer die Geduld verliert, verliert die Kraft“.

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