Wenn Corona will, steht (wieder) vieles still, Update 222 vom 23.10.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Das Wort des Jahres

Es ist wieder einmal so weit. Im Herbst eines Jahres werden verschiedene Preise vergeben und Leistungen gekürt. Am 15.10. war das beim „Jugendwort des Jahres“ der Fall. Vielleicht erinnert sich mancher noch an das allererste Jugendwort des Jahres überhaupt. Das war im Jahr 2008 der Fall und hieß „Gammelfleischparty“. Damit bezeichnen Jugendliche Treffen von Menschen, die über 30 Jahre alt sind. Dieses Wort hat viele verletzt. Ich habe dagegen ein wenig geschmunzelt. Denn erstens haben Jugendliche das Recht, in der Wortwahl ein wenig zu „überziehen“. Zum anderen finde ich diese Wortschöpfung durchaus kreativ. Und zuletzt haben solche Wortschöpfungen im jugendlichen „Überschwang“ keine lange Halbwertszeit. Tatsächlich habe ich diese Bezeichnung von Jugendlichen für über 30-jährige schon lange nicht mehr gehört. Aber vielleicht war ich zu wenig auf Partys von Unter-30-Jährigen. In diesem Jahr wurde als Jugendwort des Jahres „Lost“ gewählt. Es steht für ahnungsloses und unsicheres Verhalten. Und diese Wortschöpfung finde ich durchaus genial und gilt in diesem Coronajahr vermutlich für viele Menschen. Alle diese Informationen, Mitteilungen, Befürchtungen und Ängste schüren (wie zurzeit wieder) zeigen doch auch, dass viel unsicheres Verhalten in diesem Jahr zu bemerken ist. Ich frage mich: Was könnte das allgemeine Wort des Jahres 2020 sein? Spekuliert wurde über „Corona“ oder „Lockdown“ oder „Shutdown“. Diese Wörter würde ich selbst eher zu den „Unwörtern des Jahres“ erklären so wie das bei Peanuts 1994 der Fall war. Für mich ist das Wort des Jahres 2020 „Bleiben Sie gesund“. Wie oft wurde das mir in diesem Jahr gesagt oder habe ich das weitergegeben! Manche Christen haben mit mir diskutiert, dass Gesundheit im Gegensatz zum „ewigen Leben“ nicht so wichtig ist. Stimmt natürlich auch. Aber in der konkreten Situation hier auf Erden bin ich auch dafür verantwortlich, dass es mir und anderen gut geht. Deshalb halte ich den Wunsch „Bleiben Sie gesund“ für eine gute Sache. Er muntert auf und gibt mir das Gefühl, dass der andere an mich denkt und ich ihm wichtig bin. Und ich kann zeigen, dass er für mich wichtig ist. Ich habe das am Anfang der Coronapandemie konkret erlebt. Vor der Haustür stand ein Körbchen mit Zitronen und diesem Spruch „Bleibt alle gesund“. Das will ich von Herzen annehmen und gebe den Wunsch sehr gerne zurück. Und ich bin ganz gespannt auf die Kür zum Wort des Jahres 2020 und zum Unwort des Jahres 2020. Persönlich ist und bleibt für mich das Wort „Jesus Christus“ jedes Jahr das Wort des Jahres so wie das auch in der Apostelgeschichte 4, 10.12 steht: „Im Namen von Christi von Nazareth…den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch. Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden“  

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