Wenn Corona will, steht (noch mehr) still, Update 252 vom 22.11.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Der Sonntag mit den drei Namen

Heute feiern wir den Sonntag mit den drei Namen. Einmal ist es der „Letzte Sonntag im Kirchenjahr“. Meine Gedanken gehen dann fast immer schon eine Woche weiter. Der erste Advent hat bei mir schon als Kind eine große Rolle gespielt. Ich mag die Adventslieder. Irgendwie war ich dann mehr als sonst in dieser dunklen Zeit auf „Freude“ gestimmt. Ich lasse deshalb jedes Jahr am ersten Tag im neuen Kirchenjahr nach Einführung des neuen evangelischen Gesangbuches im Jahr 1994 „Tochter Zion“ singen. Endlich ist dieses Lied wieder im Gesangbuch unter der Nr. 13.

Eine Woche vorher hat der „Letzte Sonntag im Kirchenjahr“ einen weiteren Namen: „Ewigkeitssonntag“. Der Blick der Christen richtet sich darauf, dass das letzte Ziel das ewige Leben ist. Der Apostel Paulus nennt das „ewige Leben“ als die schlechthinnige Gabe Gottes: „Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Römer 6, 23). Und diese Botschaft gilt es, immer wieder zu verinnerlichen und weiterzusagen. Im ersten Johannesbrief steht: „Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat; das ewige Leben“ (1. Jo 2, 25). Aus diesem Grunde ziehe ich an diesem Sonntag auch den „weißen Talar“ an als Zeichen der Auferstehung durch Jesus Christus.

Ich bin mir aber bewusst, dass im „Volksglauben“ dieser Sonntag mit dem dritten Namen als „Totensonntag“ begangen wird. Vor allem evangelische Christen gehen dann auf den Friedhof und stellen Kerzen auf das Grab in Erinnerung an einen Lieben. Die Namen der seit einem Jahr Verstorbenen werden in den Gottesdiensten vorgelesen und meistens brennt für ihn auch ein Kerzenlicht auf dem Altar oder auf dem Taufstein. Bei mir hinterlässt dieser Tag heute ein besonderes Gefühl. Denn am Karsamstag dieses Jahres ist meine Mutter beerdigt worden. Sie ruhe im Frieden Gottes!!

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