Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, Update 313 vom 22.01.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Vom Schurken zum Glauben an Jesus kommen

Wie spricht Gott Menschen an, damit sie zum Glauben an Jesus kommen? Diese Frage beschäftigt viele Christen. Es gibt verschiedene Impulse und Möglichkeiten, denen sich Verantwortliche bedienen. Ich erinnere mich an meine Jugendzeit in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Fast jedes Jahr wurden in der Nähe meiner Heimat Evangelisationen angeboten und Menschen sind zum Glauben gekommen. Ich selbst habe von Kind an den Glauben an Jesus kennengelernt in der Familie, in der Schule und in der Jugendgruppe des CVJM. Ich bin sozusagen mit dem Erwachsenwerden in den Glauben an Jesus „hineingekommen“. Auch wenn ich manche Glaubensprägungen von damals „hinter mich gelassen habe“, möchte ich diese Zeit in meinem Leben auch im Rückblick nicht vermisst haben.

Daneben kenne ich Menschen, die auf einer eher radikalen Art und Weise zum Glauben gefunden haben. Sie waren im Leben „ganz tief unten“ und hatten dann Begegnungen mit Gott auf ganz verschiedene Art und Weise. Ich erinnere mich an Menschen wie Joe Scharwächter, genannt „Halleluja-Joe“. Er war ein Zuhälter und verbrachte fast 10 Jahre seines Lebens im Gefängnis. Dort kam er zum Glauben und wurde schließlich Pastor der Heilsarmee. Es kam zu einem erneuten Absturz, zu Ehebruch und Scheidung. Und wieder kam es zu einem Neuanfang mit Gott.

Warum ich das in diesem Update erzähle? Am 23.01.1790 und damit genau morgen vor 231 Jahren wurde das Schiff „Bounty“ eigenmächtig in Brand gesetzt, um jede von See aus sichtbare Spur zu vernichten. Die Geschichte der „Meuterei auf der Bounty“ gehört wohl zu den faszinierendsten Geschichten überhaupt und wurde mehrmals im Film umgesetzt. Am 18. April 1789 gab es die berühmte Meuterei an Bord. Kapitän Bligh wurde mit 18 treuen Mannschaftsmitgliedern im Pazifik auf einem kleinen Beiboot ausgesetzt und rettete sich und die anderen nach Timor. Die Meuterer dagegen segelten mit dem neuen Kapitän und Meutereianführer Fletcher Christian wieder nach Tahiti zurück. Einige bleiben dort (und wurden später alle entdeckt), die anderen flüchteten zu den Pitcairn-Inseln im südlichen Pazifik.

Als Kind von 10 Jahren habe ich den Film mit Marlon Brando in der Hauptrolle gesehen Meine Sympathien galten sofort den Meuterern. Inzwischen weiß ich, dass die Navigationskünste von Kapitän Bligh unübertroffen sind und er nur dadurch viele Menschenleben retten konnte. Als 1814 die Insel Pitcairn „entdeckt“ wurde, hat nur noch ein einziger der Meuterer überlebt: John Adams. Er war ein Straftäter und flüchtete mit der Bounty vor den Gerichten. Ab 1800 war er zusammen mit zehn polynesischen Frauen und 23 Kindern der einzige Erwachsene auf der Insel. Er fand den Glauben an Gott und bildete eine christliche Gemeinschaft. Deshalb wurde er begnadigt und gilt bis heute als geistiger Gründervater der Inselgemeinschaft. Der einzige Siedlungsort auf Pitcairn lautet bis heute Adamstown. So ist dieser Mann „auf Umwegen“ vom Straftäter zum Christen geworden, dem die Leute auf dieser Insel noch heute viel verdanken. Jedes Jahr am 23.1. verbrennen die Einwohner von Pitcairn zu Ehren der Bounty ein Schiff zur Erinnerung an dieses Geschehen. Und ich stelle fest, wie Gott aus Krisen etwas Gutes machen kann. Und das erhoffe ich mir auch von dieser Coronakrise.

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