Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, Update 334 vom 12.02.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Der Freitagsweg zum Sportplatz

Heute ist der 12.02.2021. Heute vor genau sieben Jahren, am 12.02.2014 lautet die Losung der Herrnhuter Losungen: „Der Mensch hat keine Macht über den Tag des Todes“ (Prediger 8, 8). Wie wahr ist dieser Spruch auch in diesen Tagen!!

Weil heute ein Freitag ist, erinnere ich mich an viele Freitagnachmittage mit ihm. Ich habe schon vor zwei Tagen davon geschrieben, dass ich vor allem an Wochenenden viel mit ihm unterwegs war. Freitage hatten ein bestimmtes Ritual. Ich bin um 14.30 Uhr zur Jungschargruppe gegangen und war dort knapp eine halbe Stunde dabei. Ab 14.50 Uhr ging mein Blick aus dem Fenster in Richtung Nürnberger Straße. Irgendwann sah ich den Bus, der Simon nach Hause gebracht hat. Dann bin ich weggegangen um Simon in Empfang zu nehmen. Im Haus gab es in der Regel noch etwas zu Essen und zu Trinken. Dann habe ich mich mit ihm auf dem Weg gemacht.

Unser Weg ging in Richtung Sportplatz des SV Altensittenbach. Er liegt relativ nahe. Simon liebte es, beim Fußballtraining der Jugendlichen und beim Tennistraining zuzuschauen. Jedenfalls freute er sich darüber und lachte oft laut auf. In mir war manchmal auch ein wenig Wehmut. Weil ich selbst sportbegeistert bin, habe ich mir dann fast immer vorgestellt, wie es mit einem gesunden Simon wäre. Hätte er gerne Fußball oder Tennis gespielt? Wie hätte ich ihn unterstützen können? Es ist ja nicht nur bei mir so, dass ein Vater gerne mit einem Kind diese Begeisterung teilt und sich freut, wenn der Filius es gut macht. Das Gute an dieser Geschichte war, dass ich dann auch immer Kinder und Erwachsene aus der Kirchengemeinde getroffen habe und ein kleiner Plausch die Beziehung gefestigt hat.

Nach dem Tode hatte ich mir vorgenommen, das weiterzuführen. Es ist mir nicht so gelungen wie ich es gerne gehabt hätte. Irgendwie war dann die Erinnerung an dieses Ritual mit Simon so stark, dass es mich zu sehr aufgewühlt hat.

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