Wenn Corona will, steht (wieder überall) fast alles still, Update 337 vom 15.02.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Ich kann es nicht glauben!

Heute ist der Rosenmontag 2021. Vor genau acht Jahren fiel er am 11.02.2013 fast auf dasselbe Datum wie in diesem Jahr. Mein Frau und ich hatten es uns angewöhnt, am Montag (offiziell der freie Tag des Pfarrers) nach Hersbruck zu gehen und dort in der Pizzeria Zucca Barucca zu Mittag zu essen um den Tag bis zum Heimkommen von Simon gemeinsam zu verbringen. Manchmal waren wir auch in Nürnberg und ein Betreuer war pünktlich um 16.00 Uhr beim Heimkommen von Simon da.

Am Rosenmontag 2013 erlebte ich aber eine für mich große Überraschung. Wir saßen am Tisch und warteten auf das Essen. Am Nachbartisch saß der ehemalige Bürgermeister von Hersbruck, Wolfgang Plattmeier mit einigen Freunden. Offenbar war das am Montag Mittag für ihn Tradition. Plötzlich wendet er sich mir zu und sagt: „Herr Metzger, der Papst ist zurückgetreten“. Ich schaue ihn ungläubig an und meine: „Das kann nicht sein. Benedikt XVI. hat am Ende der Zeit von Papst Johannes Paul II. als Kardinal Ratzinger gesagt, dass ein Papst nicht zurücktreten wird“.

Nur Gott kann ihn abberufen“. Das waren seine Worte. Ich habe über diesen Satz, den er in der Osterwoche 2005 gesagt hat, oft nachgedacht. Ich sehe dann die Bilder des kranken und sterbenden Papstes vor mir, der 2005 an Ostern nicht mehr fähig war, den Segen „Urbi et Orbi“ zu sprechen. Und genau dieser Kardinal Ratzinger soll jetzt als Papst Benedikt XVI. zurückgetreten sein? Ich habe das für einen Faschingsscherz gehalten und das auch so gesagt. Aber Wolfgang Plattmeier zeigt mir sein Smartphone und ich lese diese Nachricht.

Ich kann es heute immer noch nicht glauben. „Wir sind Papst“ hatte die BILD am Tag nach der Wahl (19.04.2005) getitelt. Viele Deutsche waren stolz. Er war vor der Wahl auf der sog. „Pool-Position“ und hatte dann tatsächlich gewonnen. Für ihn galt nicht der berühmte Spruch: „Wer als Papst in das Konklave geht, der geht als Kardinal wieder heraus“. Schon damals lag der Argentinier Jorge Mario Kardinal Bergoglio auf dem zweiten Platz. Offenbar rief er aber dann dazu, Ratzinger zu wählen, damit das Konklave zu Ende gehen könnte. Seine Zeit kam dann acht Jahre später. Aber der Rücktritt von Benedikt XVI. ist für mich das nachhaltigste Erlebnis an einem Rosenmontag.

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