Wenn Corona will, steht (noch mehr) still, Update 240 vom 10.11.2020

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer scvhwierigen Zeit

Happy Birthday to you

Natürlich ist der heutige Tag für einen evangelischen Theologen ein besonderer Tag. Der 10.11. ist der Geburtstag von Martin Luther. Er selbst hat von seinem Geburtstag nichts geschrieben und um seine Eltern ranken sich einige Legenden. Der Hüttenmeister Hans Luder hat seine Frau Margarethe 1479 geheiratet. Sie sind nach Eisleben gezogen, wo der Vater eine Hütte pachtete. Seine Mutter hat später Philipp Melanchthon berichtet, dass er nachts geboren wurde. Wie es damals üblich war, wurde er schon am folgenden Tag getauft. Weil dieser Tag der Martinstag war, erhielt dieses erste Kind den Namen „Martin“.

Interessant ist, dass Luther selbst als Geburtsjahr 1482 angegeben hat. Aber damals nahm man es mit den Jahren nicht so genau. 1484 ist die Familie schon nach Mansfeld gezogen und die Familie wohnte in Untermiete. Aber das Erzgeschäft ging wohl so gut, dass ein schönes Wohnhaus bezogen wurde und die Familie nicht arm aufwuchs. Vor einigen Jahren hat sich das auch durch Geldfunde bestätigt. Luther selbst aber hat in seinen Erinnerungen ganz anders geschrieben. Er nennt seine Mutter, die oft mit ihm im Wald war und Holz zum Schüren gesammelt hat. Diese Zeilen legen eine relative Armut nahe. Vermutlich hat Luther da deshalb ein wenig „geflunkert“ um seiner Mutter eine Wertschätzung zu geben. Denn sein Vater hatte als „Selbständiger“ kaum Zeit für die Familie und seine Mutter wird fast nirgends erwähnt. 1491 wird sein Vater auch noch Mitglied des Stadtrates in Mansfeld. Schon mit sechs Jahren wird Martin in die Lateinschule geschickt und lernt Grammatik und etwas Logik, Rhetorik und Musik.

Ich zeige den Kindern in der vierten Klasse gerne Bilder aus dieser Zeit. Da ist sehr gut der Umgang mit den Schülern zu erkennen. Der Lehrer hatte eine Eselsmaske im Schulzimmer. Wenn jemand im Lateinunterricht aus Versehen oder bewusst ein deutsches Wort gebrauchte und entdeckt wurde, der musste die Eselsmaske anziehen bis es den nächsten Schüler traf. Außerdem musste er sich auf eine besondere Bank setzen. Von dieser Sitte her gibt es den Ausdruck der „Eselsbank“. Ich habe das in meiner Schulzeit noch kennengelernt, auch wenn ich niemals auf diesen besonderen Platz gehen musste. Auf diese Eselsbank kamen vor allem die „unruhigen“ Schüler/-innen. Ich war natürlich „immer“ brav!!!!!!!!!!! Aber die Erinnerung an solche Schulzeiten vor rund 500 Jahren werden am heutigen Tag durchaus in mir lebendig.

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