Wenn Corona will, steht (endlich ein bisschen) weniger still, Update 371 vom 21.03.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Gottesdienst ist systemrelevant

Das war für mich wirklich eine sehr interessante Information am 19.10.2020. Ich sitze im Auto in Sulzbach-Rosenberg und höre, dass es im Landkreis Berchtesgadener Land einen beschränkten Lockdown geben wird. Der dortige Landrat hatte gemeint, dass es auch andere Landkreise demnächst treffen wird. Mich beruhigt diese Gelassenheit nicht und denke: Hoffentlich hat er nicht Recht. Dort kommt es zu Ausgangsbeschränkungen. Sogar Schulen und Kitas werden geschlossen, obwohl dort nachweislich kaum Übertragungen zu verzeichnen sind. Aber Digital macht es möglich!!

Dann werden die Ausnahmen aufgezählt. Die Menschen dürfen nur noch zum Einkaufen oder zum Arzt nach draußen gehen. Sport alleine ist auch erlaubt. Immerhin stärkt das die Gesundheit. Und was auch erlaubt ist: Der Gottesdienstbesuch!! Ich konnte es fast nicht glauben. Dort wird ein Zeichen dafür gesetzt, dass Gottesdienste sozusagen systemrelevant sind. Also liebe Berchtesgadener: Auf in den Gottesdiensten um mal wieder hinaus zu kommen. Oder vielleicht doch dorthin gehen, weil dort (hoffentlich) das Evangelium von Jesus Christus verkündigt wird. Schon die Landtagspräsidentin, Ilse Aigner, hat das am 07.09.2020 geäußert und deshalb gefordert, dass Gottesdienste auch in der Coronapandemie sein sollen. Nicht einmal der schlimmste Krieg oder gar die schwerste Pest haben es geschafft, was Corona gelungen ist: dass Gottesdienst wochenlang ausfallen.

Die Kirchen haben schlüssige Hygienekonzepte vorgelegt und die Verantwortlichen achten sehr genau darauf, dass sie eingehalten werden. Mir hat das in mehreren Fällen viel Unmut und Ärger eingebracht. Aber es hat sich gelohnt. Wir können so auch in einer Zeit mit einem sehr hohen Inzidenzwert Gottesdienste feiern. Und vielleicht verläuft sich ja (nicht nur) ein Berchtesgadener nach langer Zeit in eine Kirche, um nur einmal wieder draußen sein zu dürfen. Und dann hört er die Botschaft von Jesus Christus ganz neu und macht sich auf, neu diesen Jesus als seinen Herrn kennen zu lernen. Dann hätte sogar solch eine Coronakrise noch einen kaum zu beschreibenden Sinn gehabt.

Diese Zeilen habe ich am 20.10.2020 geschrieben. Ich hatte die Hoffnung, dass die Inzidenzwerte so heruntergehen, dass es spätestens ab Dezember normal sein würde, Gottesdienste zu besuchen. Es ist anders gekommen. Und jetzt stehen wir vor der sog. „dritten Welle“. In den Gottesdiensten darf nur mit FFP 2 – Masken gegangen werden und Singen ist verboten. Ausgerechnet vor der Karwoche und vor Ostern haben Pessimisten Inzidenzwerte von ungefähr 300 vorausgesagt. Hoffentlich haben Sie nicht Recht.

Aber immerhin: Gottesdienste werden in diesen Festtagen im Gegensatz zum letzten Jahr wohl möglich sein. „Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne, dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN und seinen Tempel betrachten“. (Psalm 27, 3 – 4).

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