Wenn Corona will, steht /endlich ein bisschen) weniger still, Update 373 vom 23.03.2021

Tägliche Gedanken von Pfr. Gerhard Metzger in einer schwierigen Zeit

Vater und Mutter ehren

Ich habe es beim Update Nr. 365 angedeutet, dass ich ein paar alte „Artikel“ noch hervorkamen werde um sie zu veröffentlichen. Für heute fallen mir meine Gedanken vom 22.10.2020 ein. Jede/r Leser/-in kann sich selbst ein Urteil machen, wieweit die Gedanken von vor fünf Monaten immer noch aktuell sind bzw. wie sich die Probleme verschoben haben. Jetzt die Zeilen vom Oktober:

Ich habe es im Internet gelesen. In der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 16.10.2020 stand die Meldung, dass ältere Menschen in der Samtgemeinde Bersenbrück angepöbelt worden sind. Das geschah im Zusammenhang mit der Tatsache, dass offenbar jüngere Menschen kaum vom Coronavirus betroffen sind. Dagegen ist die Gefahr für Ältere sehr viel höher. Auch der Altersdurchschnitt der Verstorbenen bewegt sich um die 80 Jahre. Viele jüngere Menschen ärgern sich darüber, dass sie auch von den Coronamaßnahmen betroffen sind, wo doch vor allem Ältere die Inzidenzzahlen hoch treiben. Tatsächlich kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein, ob schärfere Maßnahmen berechtigt sind, wenn z.B. in einem Altersheim der Virus ausgebrochen ist und dann eine ganze Stadt davon betroffen ist. Wäre es dann nicht viel besser, konzentriert und genau den einen Hotspot „abzusperren“. Ich habe bei Diskussionen mit jüngeren Menschen auch schon diese Ansicht gehört, dass „wir leiden müssen wegen den alten Leuten“.

Der bayrische Ministerpräsident, Markus Söder, hat dazu eine klare und eindeutige Meinung. Er hat gesagt, dass er aus ethischen Gründen solche eine Argumentation klar ablehnt. Auch die Bundeskanzlerin hat sich dazu ähnlich geäußert. Ich habe mich bei diesen Worten an das vierte Gebot (nach Zählung des Kleinen Katechismus von Martin Luther) erinnert. „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass es dir gutgehe und du lange lebest auf Erden“. Bei diesem Gebot geht es nämlich weniger um die Frage des Verhältnisses von Kindern und Jugendlichen gegenüber ihren Eltern. Dieses Gebot ist ein Aufruf Gottes, dass Erwachsene sich um ihre alten Eltern kümmern. Damals vor gut 3000 Jahren gab es noch keine Sozialversicherung und auch keine Rentenversicherung. Alte Menschen konnten kaum mehr mithelfen und damit „produktiv“ sein. Oft wurden sie von ihren Kindern dann im Stich gelassen und sie haben nur noch ärmlich gelebt und sind bald gestorben. Wenn sie also als Arbeitskraft ausgefallen sind, dann wurden sie kaum mehr beachtet.

Gott will das nicht. Auch im Alter sollen Menschen in Würde leben können. Da spielt es keine Rolle, ob sie noch zu Hause leben können oder im Alten- oder Pflegeheim. Wichtig ist, dass sie das Gefühl haben, dass ihre Kinder an sie denken und Kontakt zu ihnen halten. Das ist jetzt sowieso nur schwer möglich. Söder und Merkel befinden sich mit ihrer Meinung auf der Wertvorstellung der Bibel. Und wichtig finde ich, dass nur dieses eine Gebot eine Verheißung hat. Und das gilt auch und erst recht in Coronazeiten.

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